Die Publikumslieblinge waren:
Spielfilm: Im Weltraum gibt es keine Gefühle
Kurzfilm: Gravity
| Do. | 12.05. | The Experiment, Eksperimentet, OmeU, 21.00 Uhr (DK) |
| Fr. | 13.05. | Ein Mann von Welt; En ganske snill mann; A Somewhat Gentle Man, OmU, 21.00 Uhr (NO) |
| Sa. | 14.05. | Kurzfilmabend, 21.00 Uhr |
| So. | 15.05. | Letters to Father Jacob; Postia pappi Jaakobille, OmeU, 19.00 Uhr (FI) |
| Mo. | 16.05. | Upperdog, OmU, 21.00 Uhr (NO) |
| Di. | 17.05. | In einer besseren Welt; Hævnen; In a Better World, OmU, im LVR-LandesMuseum Bonn, 19.30 Uhr (DK) |
| Mi. | 18.05. | Mamma Gógó, OmeU, 21.00 Uhr (IS) |
| Do. | 19.05. | Im Weltraum gibt es keine Gefühle; I rymden finns inga känslor; Simple Simon, OmeU, 21.00 Uhr (SE) |
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Dänemark 2010; 89 Min; OmeU – Regie: Louise N.D. Friedberg; Drehbuch: Rikke de
Fine Licht, Louise N.D. Friedberg; Cast: Ellen Hillingsø, Laura Bro, Morten
Grunwald, Mads Wille, Kurt Ravn, Laura Skaarup Jensen, Najaaraq Margit Davidsen,
Kristian Falck-Petersen
Im Jahr 1952 versucht die dänische Regierung mit einem fragwürdigen Experiment,
ihr Protektorat Grönland zu stabilisieren und es zu einem zivilisierten Teil
Dänemarks zu machen.
Ein Schiff legt in einem kleinen Hafen Grönlands an: An Bord befinden sich 22
grönländische Kinder, die mit einer Mischung aus Angst und Freude in eine
ungewisse Zukunft sehen. Nachdem sie gezwungen wurden, ein Jahr in Dänemark zu
leben, sollen sie nun die dänischen Ideale in der alten Heimat verbreiten.
Der Film begleitet die Kinder durch Monate der Unsicherheit. Sie haben ihre
Muttersprache vergessen, können in der Schule nicht mit ihren eingewanderten
dänischen Klassenkameraden mithalten und ihnen fehlt jegliches
Zugehörigkeitsgefühl. Isoliert von ihren Familien leben sie in einem Kinderheim
unter der Aufsicht der dänischen Heimleiterin Rigmor Geertsen. Diese soll für
die Erziehung der Kinder sorgen und ihnen weiterhin dänische Werte vermitteln.
Sie übernimmt diese Aufgabe mit Stolz und ist von dem Vorhaben überzeugt. Doch
schon bald ist sie zerrissen zwischen ihrem Idealismus und der Sorge um das
seelische Wohlergehen ihrer Schützlinge.
Diese wahre Begebenheit erzählt die Regisseurin Louise Friedberg in ihrem Werk
The Experiment auf einfühlsame und bewegende Art. Viele Landschaftsbilder und
lange Kameraeinstellungen prägen die behutsame Erzählung. Die gemischt
dänisch-grönländische Schauspielbesetzung unterstreicht zusätzlich die
Authentizität des Films. Besonders die bekannte dänische Schauspielerin Ellen
Hillingsø brilliert in der Rolle der dänischen Heimleiterin Geertsen.
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Norwegen 2009; 103 Min; OmU – Regie: Hans Petter Moland; Drehbuch: Kim Fupz
Aakeson; Cast: Stellan Skarsgård, Bjørn Floberg, Gard B. Eidsvold, Bjørn
Sundquist, Jannike Kruse, Kjersti Holmen, Jan Gunnar Røise, Aksel Hennie,
Henrik Mestad
Als Ulrik aus dem Gefängnis entlassen wird, fangen die Probleme erst richtig an.
Statt die Freiheit genießen zu können, muss er sich mit dem komplizierten Leben
außerhalb der Gefängnismauern herumschlagen. Es erwartet ihn sein ehemaliger
Gangsterboss, der einen Ausstieg aus dem Geschäft partout nicht akzeptieren will.
Zudem hat er nun eine wollüstige Vermieterin, die für mehr oder weniger
liebevoll zubereitete Mahlzeiten seine Zuneigung verlangt. Dann ist da noch sein
Sohn, dem er sich gerne wieder annähern würde. Der will den kriminellen Vater
jedoch von seiner kleinen Familie fernhalten.
Eine norwegische Komödie um einen alternden Gauner, der endlich seine Ruhe haben
will.
Diese norwegische Komödie lief 2010 im Wettbewerb der Berlinale und zeigt, wie
schon in
Aberdeen (Bonn 2002), Stellan Skarsgård in einem Film von Hans Petter
Moland. Ein Mann von Welt vereint weitere nordische Filmschaffende, die dem
Bonner Publikum bereits bekannt sind, wie den Drehbuchautor Kim Fupz Aakeson
(
Wen man liebt und
1:1, beide 2008 in Bonn) und Darsteller wie Bjørn Floberg
(
Kitchen Stories, 2004,
O´Horten 2009 in Bonn), Bjørn Sundquist (
Die Rebellion
von Kautokeino 2009 in Bonn) und Henrik Mestad (
Die Kunst des negativen Denkens
Publikumsliebling in Bonn 2008).
Ein Mann von Welt gewann unter anderem den Publikumspreis der Filmkunstmesse
Leipzig 2010. Zudem wurde Stellan Skarsgård für diesen Film mehrfach als bester
Schauspieler ausgezeichnet, beispielsweise mit dem Norwegischen Filmpreis 2010.
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Whistleless; Fløjteløs
Dänemark 2009; 5 Min; ohne Dialog – Regie: Siri Melchior; Drehbuch: Siri Melchior;
Animation: Aaron Lampert, Siri Melchior, Christopher Wright, Rachinta Platts, Hyebin Lee
Ein Vögelchen kann nicht pfeifen. Also macht es sich auf in den Trubel der Stadt,
um es zu lernen – allerdings ohne Erfolg. Wird seine Mühe doch irgendwann belohnt?
Der farbenfrohe Animationsfilm mit ebenso bunter Vertonung gibt Antwort.
To Kill A Child; Att döda ett barn
Schweden 2003; 8 Min; OmeU – Regie: Alexander Skarsgård, Björne Larson; Cast:
Valter Skarsgård, Christer Fjällström, Evalena Ljung-Kjellberg, Jonas Sjöqvist,
Sofia Zouagui; Erzähler: Stellan Skarsgård
Es ist ein sorgloser Sommertag, doch dann stirbt ein kleiner Junge. To kill a
child zeigt, wie schnell eine Idylle zerstört werden kann.
Die gleichnamige Kurzgeschichte von Stig Dagerman wurde 2003 mehrfach beim
Odense International Film Festival ausgezeichnet und unter anderem auch beim
Tribeca Film Festival in New York gezeigt.
My Cardboard Dad; Min pappa av papp
Norwegen 2009; 13 Min; OmeU - Regie: Siri Rutlin; Drehbuch: Terje Solli; Cast:
Mikael Aune, Anders Baasmo Christiansen, Lisa Tønne, Snorre Hofstad
Glenn hat sich in Karen verliebt. Nach einiger Zeit trifft er auf ihren Sohn
Nils. Dieser hat sich einen Ersatzvater aus Pappe geschaffen. Glenn kämpft um
Nils' Anerkennung, der seinen Pappvater nicht aufgeben will. Doch durch Nils
kann Glenn Karens Herz gewinnen. My Cardboard Dad ist eine Komödie für Groß und
Klein, die zeigt, dass Veränderungen nicht immer schlecht sein müssen.
Peter’s Room; Peters rum
Schweden 2010; 3 Min; OmeU – Regie: Nicolas Kolovos; Cast: Dennis Alvdén, Emilie
Strandberg, PA Ericson, Jerker Fahlström, Anders Axén
Es ist Morgen und Peter schläft - jedoch nur vermeintlich. Was ist es, das den
kleinen Jungen ans Bett fesselt? Vielleicht weiß der anwesende Arzt Rat.
Kurz, berührend, dramatisch.
Gravity
Island 2010; 19 Min; OmeU – Regie: Logi Hilmarsson; Cast: Magnus Guðmundsson,
Magnea Valdimarsdóttir, Damon Younger
Einar möchte, dass sich sein bester Freund Atli und seine neue Freundin kennen
lernen. Er sitzt im Rollstuhl und ist begeistert, dass Eva damit gut umgehen
kann. Der Haken: sie ist etwas merkwürdig. Tatsächlich erwartet die beiden
Männer ein kurioses Treffen in einer kalten isländischen Nacht.
PAUSE
Men In A Boat; Män i båt
Schweden 2010; 3 Min; OmeU; Animation – Regie: Malin Almén; Drehbuch: Malin Almén
Auf dem großen weiten Ozean schippert ein einsames, kleines Boot, in dem ein
Dutzend älterer Herren sitzen. Die Stimmung ist getrübt, da alle ihre Brillen
verloren haben und ihre eigene in dem Chaos nicht mehr wiederfinden – ein
Albtraum. Doch da gibt es jemanden, der den Durchblick hat und Rettung und
Trost verspricht.
Ein Film so verrückt und kurz, wie Träume nun mal sind.
A Mate; Kaveri
Finnland 2007; 7 Min; OmeU – Regie: Teemu Nikki; Cast: Matti Onnismaa, Jouko
Puolanto, Elina Knihtilä
Pera möchte etwas Neues ausprobieren. Eine ungewöhnliche Idee, bei der ihn sein
Freund gerne unterstützt. Peras Frau kommt jedoch zu früh nach Hause und ohne
von dem Experiment der beiden zu ahnen, bringt sie eine mögliche Konsequenz zur
Sprache.
Music for One Apartment and Six Drummers
Schweden 2001; 9,35 Min – Regie: Ola Simonsson, Johannes Stjärne Nilsson; Cast:
Sanna Persson, Magnus Börjeson, Marcus Haraldson Boij, Fredrik Myhr, Anders
Vestergård, Johannes Björk
Ein Volvo steht vor einer Haustür; sechs ungeduldige Menschen sitzen darin. Der
Plan scheint eindeutig: In die Wohnung eines Paares einzubrechen und innerhalb
von zehn Minuten so viel wie möglich zu erbeuten. Doch fremde Räume lassen sich
weitaus kreativer nutzen als gedacht.
Der vermeintliche Diebstahl erweist sich als eine bunte Mischung aus Spaß,
Unterhaltung und guter Musik à la STOMP.
In A Heartbeat
Island 2010; 8 Min; ohne Dialog – Regie: Karolina Lewicka; Cast: Elín Perla
Stefánsdóttir
Ein ganz normaler Tag im Leben eines einsamen Mädchens: Um sie herum gibt es nur
Streit und die Mitschüler verspotten sie. Um nicht aufzufallen, zieht sie sich
zurück. Doch schließlich tut sie etwas Außergewöhnliches.
Eine einfühlsam erzählte Geschichte, untermalt mit wunderschöner Klaviermusik.
In A Heartbeat wurde von der Icelandic Film and Television Academy als bester
Kurzfilm 2011 nominiert.
The Fantastic 3; De fantastiske 3
Dänemark 2010; 14 Min; OmeU – Regie: Esben Tønnesen; Drehbuch: Esben Tønnesen,
Jan Elhøj; Cast: Jan Elhøj, Martin Buch, Ali Kazim
Caspers Vater arbeitet im Bürgerbüro – angeblich. Seine eigentliche Berufung ist
eine ganz andere: In der Nacht schlüpft er in sein Superheldenkostüm und kämpft
zusammen mit zwei Kumpanen gegen die alltäglichen Widrigkeiten unter denen die
Kopenhagener Bürger zu leiden haben. Wieso fehlt nach der Wäsche dauernd eine
Socke? Wieso sehen die Haare nach dem Aufstehen immer so zerzaust aus? Das Trio
ist den Übeltätern auf der Spur.
Humor gepaart mit Spannung und einer Fantasie, der keine Grenzen gesetzt sind.
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Finnland 2009; 75 Min; OmeU - Regie: Klaus Härö; Drehbuch: Klaus Härö; Cast:
Kaarina Hazard, Heikki Nousiainen, Jukka Keinonen, Esko Roine
Nach der Verbüßung einer zwölfjährigen Haftstrafe wird Leila Sten zu ihrer
Überraschung begnadigt und entlassen. Noch im Gefängnis wird ihr ein Job als
persönliche Assistentin bei dem blinden Pastor Jakob angeboten. Ärger ist
vorprogrammiert, da sie gegen ihren Willen in das Pfarrhaus zieht.
Jeden Tag bringt der Postbote Briefe zu Pastor Jakob, in denen trostsuchende
Menschen um Hilfe bitten. Diese Briefe zu beantworten ist Jakobs große Mission.
Dazu benötigt er Leilas Hilfe, doch diese empfindet die Arbeit als lästig und
erledigt sie halbherzig. Sie beginnt Briefe zu unterschlagen, da sie bereits
beschlossen hat, das Pfarrhaus zu verlassen. Als die Briefe plötzlich ausbleiben,
verzweifelt Jakob daran und befindet sich in einer großen innerlichen Krise.
Wird Leila endlich Verantwortung übernehmen?
Dem Regisseur Klaus Härö gelingt es, nach seinem mehrfach ausgezeichnetem Drama
Die Beste Mutter von 2005 nun eine Charakterstudie zu inszenieren. Vor dem
Hintergrund eines malerischen finnischen Sommers treffen zwei vollkommen
gegensätzliche Menschen aufeinander: Eine nach außen abgestumpft wirkende,
ehemalige Gefängnisinsassin und ein Pastor, der die Welt für jeden ein bisschen
besser machen möchte. Diese Szenerie wird von einer einfachen und sentimentalen,
wenn doch nicht aufdringlichen Klaviermusik untermalt.
Letters to Father Jacob ist ein einfühlsames Werk, das die Probleme des
Zusammenlebens zweier unterschiedlicher Charaktere zeigt. Kaarina Hazard
überzeugt als ehemalige Inhaftierte ebenso wie Heikki Nousiainen als blinder
Pastor. Beide verdienten sich den Publikumspreis für die „Beste Schauspielerin”
und den „Besten Schauspieler” beim „Festival du cinéma nordique“ im Jahre 2010.
Letters to Father Jacob gewann weitere Auszeichnungen, wurde 2009 bei den
„Nordischen Filmtagen Lübeck“ zum Publikumsliebling gewählt und war 2010 der
finnische Vorschlag für die Oscarnominierung im Bereich „Bester ausländischer
Film”.
Erstmals wird bei den Skandinavischen Filmtagen Bonn ein Film des erfolgreichen
finnischen Regisseurs Klaus Härö gezeigt.
Vor dem Langfilm zeigen wir folgenden Kurzfilm:
A Jar Of Olives; Et glass oliven
Norwegen 2009; 13 Min; OmeU - Regie: Elsa Kvamme; Drehbuch: Elsa Kvamme; Cast:
Arnhild Litlere, Kjersti Posti Høgli, Hauk Heyerdahl, Morten Svartveit, Siv
Charlotte Klynderud, Birgitte Larsen, Meral Erdogan, Nasrin Khusrawi, Yousuf
Khan, Anna Dworak
In einem Rechenzentrum geben zwei fremde Frauen ein Geschenk ab. Sie bedanken
sich für die Hilfe, die ihrer Verwandten Leyla Bahrun zukam. Das Geschenk löst
Unbehagen aus: Jeder erinnert sich an die Asylbewerberin, aber wer verdient nun
wirklich das Glas Oliven?
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Norwegen 2009; 96 Min; OmU – Regie und Drehbuch: Sara Johnsen; Cast: Mads
Sjøbård Pettersen, Agnieszka Grochowska, Hermann Sabado, Bang Chau, Ole Paus,
Kjersti Holmen, Yngvild Stæen Grotmol
Die Geschwister Axel und Yanne kamen als Flüchtlingskinder nach Norwegen und
wurden bei ihrer Ankunft getrennt. Aufgewachsen in zwei verschiedenen Familien,
kann sich von den beiden nur Yanne an ihren Bruder und an die Ankunft in Oslo
erinnern. Durch Zufall findet ihre Freundin, die polnische Migrantin Maria, als
Putzfrau bei Axels Familie erst ihn und schließlich ein Foto von ihm. Sie
erkennt das Bild der Ankunft an Oslos Flughafen wieder, denn auch Yanne besitzt
dieses Foto. Maria beschließt, die Geschwister wieder zusammen zu bringen.
Währenddessen lernt Yanne Per kennen, der einen traumatischen Einsatz im Dienst
des norwegischen Militärs in Afghanistan erlebt hat. Er machte dort zwei kleine
Kinder zu Waisen und kämpft mit Schuldgefühlen. Yanne versucht sein Trauma zu
lindern, während sie selbst mit sich und ihren Wurzeln beschäftigt ist. Maria
verliebt sich unterdessen in Axel und bringt ihn dazu, sich auf eine Begegnung
mit seiner Schwester einzulassen.
Upperdog handelt von vier verschiedenen Menschen, aus sehr unterschiedlichen
Osloer Milieus, deren Leben sich immer mehr miteinander verweben. Sara Johnsen
zeigt auf einfühlsame Weise, wie internationale Politik das Leben Einzelner auf
Dauer beeinflusst. Die vier jungen Hauptdarsteller präsentieren überzeugend,
welche Emotionen auf junge Menschen unserer Zeit einstürzen können, und was
Globalisierung mit sich bringen kann.
Im Jahr 2010 gewann
Upperdog beim
„
Rouen Nordic Film Festival“ den „Grand Jury
Prize“. Mads Sjøbård Pettersen sollte dem Bonner Publikum noch aus dem letzten
Jahr durch
Nord (Norwegen 2010) bekannt sein.
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Dänemark 2010; 119 Min; OmU – Regie: Susanne Bier; Drehbuch: Susanne Bier,
Anders Thomas Jensen; Cast: Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm, William Jøhnk
Nielsen, Markus Rygaard, Ulrich Thomsen
Anton rettet mehrere Monate im Jahr als Arzt in Afrika Menschenleben,
konfrontiert mit Korruption und Gewalt. Auch in der dänischen Heimat bei Frau
und Kindern verläuft sein Leben nicht problemlos. Die Ehe ist zerrüttet und sein
zehnjähriger Sohn Elias ist ein Außenseiter, der von Mitschülern gemobbt wird
und sich nicht wehrt. Erst als Christian in seine Klasse kommt, findet er Hilfe
und einen Freund. Bei einer Prügelei ergreift dieser Partei für Elias: Er
bedroht den Angreifer mit einem Messer. Im anschließenden Polizeiverhör beteuern
beide, es sei kein Messer im Spiel gewesen, wodurch die beiden endgültig zu
Verbündeten werden. Anton auf der anderen Seite versucht jeder Konfrontation aus
dem Weg zu gehen und Gewalt zu vermeiden. So auch, als er vor Christians und Elias’
Augen geohrfeigt wird. Antons Passivität macht die beiden Freunde so wütend,
dass sie einen lebensgefährlichen Racheplan schmieden. Wieder zurück in Afrika
sieht sich Anton erneut mit Gewalt in einem Ausmaß konfrontiert, die seine
Einstellung zu Gewaltfreiheit, Gerechtigkeit und Rache wanken lässt.
Mit
In einer besseren Welt ist der bedeutenden dänischen Regisseurin, Susanne
Bier, nach Brothers –
Zwischen Brüdern (2004) und
Nach der Hochzeit (2006) ein
weiterer internationaler Erfolg gelungen. Der Film hat in diesem Jahr sowohl den
„Golden Globe“ als auch den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“
gewonnen.
Mit der Unterstützung namhafter Schauspieler wird eine komplexe Handlung
gefühlvoll und bildgewaltig erzählt. Anton wird von Mikael Persbrandt gespielt,
bekannt als Gunvald aus der Kommissar Beck-Krimireihe. Außerdem ist er dem
Bonner Publikum bereits aus
Die Rebellion von Kautokeino (in Bonn 2009) bekannt.
Auch Trine Dyrholm (Antons Frau) überzeugte bereits in
In China essen sie Hunde
(1999) und
Troubled Water (in Bonn 2010). Abgerundet wird der Film durch die
grandiose schauspielerische Leistung der beiden jungen Schauspieler William
Jøhnk Nielsen und Markus Rygaard.
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Island 2010; 87 Min; OmeU – Regie und Drehbuch: Friðrik Þór Friðriksson; Cast:
Kristbjörg Kjeld, Hilmir Snær Guðnason, Gunnar Eyjólfsson, Margrét
Vilhjálmsdóttir, Ólafía Hrönn Jónsdóttir, Inga Maria Valdimarsdóttir, Jóhann
Sigurðarson, Bjarni Ingvarsson
Eine alte Frau steht mit einem Koffer in einer Kloschüssel in der Hand und
versucht sich selbst runterzuspülen: Eine exemplarische Szene, die in ihrer
Absurdität die Tragik des Films widerspiegelt. Ein Regisseur hat seinen ersten
Film gedreht, der nun in die Kinos kommt; jedoch mit schleppendem Erfolg.
Geldsorgen sind nicht das einzige Problem des Filmemachers, denn während der
finanziell schwierigen Zeit erkrankt seine Mutter, der er seinen Film widmete,
an Alzheimer.
Eigentlich behandelt
Mamma Gógó ein ernstes Thema, doch durch Szenen wie die
Obige schafft er gleichzeitig eine gewisse Ironie, die den Zuschauer zum
Schmunzeln bringt. „It’s painful, but I think there is always a funny side to
everything in life,” sagte Friðrik Þór Friðriksson in einem Interview mit der
New York Times. Friðriksson erzählt einfühlsam und auf eine melancholische und
amüsante Art zugleich wie Mamma Gógó immer mehr unter der Krankheit leidet.
Ein großer Teil des Films ist autobiografisch; wenn Friðrik Þór Friðriksson auch
nicht verraten will wie viel davon. Der Regisseur im Film ist aber ein Alter Ego
Friðrikssons, da
Mamma Gógó genau an der Stelle einsetzt, als sein Film
Kinder
der Natur (Börn náttúrunnar) von 1991 Premiere feiert. Für dieses Werk wurde
Friðriksson 1992 für den Oscar für „Bester ausländischer Film" nominiert.
Dem Bonner Publikum dürfte Friðriksson auch als Produzent von
Dancer in the Dark
(2000) und auch von
Reykjavik-Rotterdam (2008) bekannt sein. Und auch
Mamma Gógó
verspricht nun ein Erfolg zu werden: Der Film war 2011 der isländische Vorschlag
für die Oscarnominierung.
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Schweden 2010; 86 Min; OmeU - Regie: Andreas Öhman; Drehbuch: Andreas Öhman,
Jonathan Sjöberg; Cast: Bill Skarsgård, Martin Wallström, Cecilia Forss, Sofie
Hamilton, Kristoffer Berglund
Simon hat das Asperger-Syndrom: Er mag Veränderungen ebenso wenig wie die
Berührungen fremder Menschen. Im Gegensatz dazu mag er seine blau-rote Kleidung,
den Weltraum und alles, was rund ist. Er wohnt mit seinem großen Bruder Sam und
dessen Freundin Frida zusammen, die sich nur schwer damit abfinden kann, dass
sich ihr Leben nach Simons festem Tagesablauf und bestimmten Bräuchen richten
muss. Nachdem Frida Sam verlässt, beschließt Simon ihm eine neue Freundin zu
suchen. Diese Mission gestaltet sich schwieriger als gedacht – denn Liebe und
Chaos gehören enger zusammen, als Simon sich vorstellen kann.
Dem jungen Regisseur Andreas Öhmann gelingt eine Komödie, die es schafft,
unterhaltsam und vielschichtig zugleich mit dem Thema Autismus umzugehen. Sein
Werk zeigt mit viel Witz, wie schnell das Leben eines Autisten aus den Fugen
geraten kann.
Im Weltraum gibt es keine Gefühle war dieses Jahr der schwedische Vorschlag für
die Oscarnominierung im Bereich „Bester ausländischer Film”.
Der Hauptdarsteller Bill Skarsgård ist ein Sohn des international bekannten
schwedischen Schauspielers Stellan Skarsgård.